|
|
|

|
|
Es ist schön, dass Menschen
schreiben können. Und es ist wichtig. Es ist schön, dass es Bücher gibt, mit
Bildern drin. Und solche mit vollständigen Sätzen.
In den Zwischenjahreszeiten, wo
weder Segeln noch Snowboarding angesagt ist, kann man Bücher gucken fahren.
Nach Leipzig, wenn die Blätter wachsen, nach Frankfurt, wenn sie fallen.
273 229 Gäste
waren in Frankfurt, fast 8 % mehr Menschen als im Vorjahr auf der Suche nach
dem Buch ihres Herzens. „Santa Statistica/ Glühende Sonne der
Soziologie! Nur was sich zählen lässt, das ist auch wahr!“ weiß der
freundliche Herr Wenzel zu singen. Wie Recht er hat.
|
|
|
 |
 |


|
|
Sachsen hat für eine Weile seinen
Glanz verborgt. Nach Amerika. Und dort, wenn wundert’s, freut sich der
Mensch. Kriegt man im Land der Pappteller doch nicht jeden Tag hauchfeine
Porzellantässchen zu sehen. Oder Gewehre, die zu nichts anderem taugen, als
prächtig zu glitzern.
Rund 1000 bis 2000 Besucher strömen
täglich in den Mississippi Arts Pavillon zum Trophäen gucken und Juwelen
bestaunen. „Wow!“
rufen die begeisterten Besucher immer wieder, betört vom Reichtum einer Zeit
des Überflusses und der Üppigkeit. Es spricht sich rum, bisher kamen Gäste
aus 30 US-Staaten.
|
|
|
 |
 |


|
|
Kürzlich stand ich in einer jener
Kabinen eines Kaufhauses, die so seltsam riechen, dass man sich freiwillig
nicht allzu lange darin aufhalten möchte. Glücklicherweise hatte ich eine
mit recht günstigem Licht erwischt und der Spiegel war gar mit einer der
Haut schmeichelnden Tönung versehen.
Der Vorhang wehte mehr oder weniger
von den Vorüberlaufenden, doch ich war sicher, dass man von außen nur gerade
meine Knöchel zusehen bekam. Oh ja, ich hatte wirklich vor, mich gänzlich zu
entkleiden, denn mein Sinnen und Trachten galt dem Kauf zweier winziger
Kleidungsstücke, die dazu dienen sollten, mich an den Stränden im fernen
Süden wenigstens etwas zu verhüllen. Während ich also die verschiedenen
Modelle sorgfältig vor mir aufreihte, um mich zu entscheiden, welches ich
als erstes probieren könnte, dachte ich an James Bond. Ich rechnete nicht
damit, dass er mir mein Entscheidung erleichtern möge; es war eher etwas,
was mittelbar mit ihm zu tun hatte. Nämlich der teuerste Bikini der Welt,
für welchen vor drei Jahren bei einer Auktion des Londoner Auktionshauses
Christie’s der New Yorker Unternehmer Robert Earl sage und schreibe 41.000
Pfund hingeblättert hatte, und das im Februar! Dieses knappe Teilchen trug
die Schweizer Schauspielerin Ursula Andress im Jahr 1962 im ersten James
Bond-Film „Dr. No“. Und es war weiß.
|
|
|
 |
 |


|
|
Meinen
ersten Pass erhielt ich am 21. Dezember 1989, er war blau und verziert mit
jenem Zeichen aus Hammer, Zirkel und Ährenkranz, das jetzt für jedermann zu
haben ist. Mit ihm reiste ich nach Prag und Budapest, nach Avignon, Wien,
Brüssel und Paris. Bald verlor er seine Gültigkeit, eine Weile nachdem das
Land, in dem er ausgestellt worden war, seine Gültigkeit verloren hatte. Auf
einer dieser Reisen trug ich neben diesem gewichtigen Dokument einige Bücher
von Helga M. Novak im Beutel, las darin im Jardin du Plant in Paris; auch
waren sie dabei, als ich Heines Grab auf dem Montmartre besuchte, wo ich
mich wunderte, dass niemand den Vornamen der Frau Heine kannte.
|
|
|
 |
 |


|
|
Beim Suchen nach
diversen Unterlagen für die Versicherung fiel mir jenes abgegriffene
Büchlein von Erich Fromm in die Hände: Haben oder Sein. Doch ich
fühlte mich in keiner Weise in der Lage, das voneinander zu trennen. Denn:
Ich hatte kein Fahrrad mehr und war verdammt sauer. Außerdem
hatte ich dran gehangen, vor allem wegen der chinesischen Klingel. Außerdem
war der Ledersattel grade prima eingesessen. Und die Farbe erst, so richtig
schön signalrot!
|
|
|
 |
 |

|
|
 |