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17. Juli 2005, Starke Fotografen, Dresden |
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All colours will agree in the dark
ein belichtetes gedicht
I
dunkel wird es in der stadt
nie ganz
immer ist da noch eine
tagspur übrig wie ein rest
etwas wonach sich jetzt keiner
mehr unbedingt umdrehen muss weil
die temperatur von erwartungen
mit jeder minute absinkt jetzt
wagen sich die geisterbäume in die
gezirkelte
landschaft winken mit der müdigkeit
von fremden deren atem voller
abenteuer ist die wiesen scheinen
wie seltsame wasser
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28. März 2004,
Galerie art + form, Dresden |
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Sehr geehrte Damen und Herren,
immer wieder suchen Dichter die Nähe zur Malerei,
Musiker die Nähe der Poesie; verleihen Maler Musikstücken sichtbare
Konturen.
Und so kommt es auch, dass Dichter, die nichts als
Worte zur Verfügung haben, diese aneinanderfügen, um in einer Feierlichkeit
wie der heutigen zu sprechen, einen Bogen zu schlagen, einen Raum zu
eröffnen.
Das ist etwas sehr Schönes, gleicht es doch einer
Reise.
Vor
einigen Tagen gestanden Gerda Lepke und ich, dass wir einander manchmal
beneiden: So sagte ich, dass ich den Überfluss in der Malerei wunderbar
fände, all das Papier, die Leinwände, den Geruch der Farben, die riesigen
Räume; all dieses fassbare Material.
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26. April 2003,
Galerie
Beyer, Dresden
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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste,
als ich vor zwanzig Jahren nach Dresden kam, bekam ich von einem Freund eines jener kleinen Heftchen geschenkt, die der Verlag der Kunst damals
herausgab, und welche wir gierig betrachteten. In diesem Heftchen sah ich
das erste Mal Arbeiten von Herta Günther. Fortan besuchten jener Freund ich
eifrig „Höhles Bierstuben“ in der Friedrichstadt, nicht ohne die stille
Hoffnung, dort die Malerin anzutreffen. Mit der wunderbaren Vermessenheit
der Jugend hofften wir auf eine Dame mit Hut und extravaganten Kleidern, die
vielleicht sogar zu später Stunde im Kreis ihrer Bewunderer auf dem Tisch
tanzt. Doch wir trafen sie nicht und sollte sie dort in mitten der
Winkeltrinker gesessen haben, haben wir sie nicht wahrgenommen; wir, die wir
Traum und Wirklichkeit noch miteinander verwechseln durften.
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23. November 2002,
Galerie an den Fleischhöfen, Bautzen |
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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kunst
und insbesondere: der Linie!
Es freut mich sehr, dass ich heute hier sein darf, um
zur Eröffnung dieser Ausstellung zu sprechen.
Die ist die zweite Vernissage der Künstlerin Heike
Wadewitz innerhalb einer Woche, obgleich die Art Geschwindigkeit ganz und
gar nicht zu ihr passen mag.
Die Ausstellung in den Räumen der hiesigen Galerie trägt den Titel „Das Drehen
des Karussells“ und zeigt ausschließlich Kaltnadelradierungen. Dieses
Ausdrucksmittel entdeckte Heike Wadewitz während ihrer längeren Aufenthalte
in Schweden, sie war 1996 für drei Monate und 1998/99 für ein ganzes Jahr
Gast an der Kunsthochschule Stockholm. Die kleinformatigen Arbeiten und
jenes Stilmittel scheinen dem Wesen dieser zierlichen Künstlerin zu
entsprechen
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24. Mai 2002, Leonhardi-Museum, Dresden |
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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste!
Wer die Arbeiten von C.G. Große über einen längeren Zeitpunkt verfolgt, wird
nicht umhin können zu bemerken, dass sich diese Künstlerin gern verführen
lässt. Sie lässt sich hinreißen von Materialien, sie verliert den Zweck aus
den Augen, sie lebt in der Arbeit, weniger für deren zu definierendes
Ergebnis. Das spricht auch für die ungeheure Lebendigkeit ihrer Bilder und
Objekte. Unberührt von modischen Trends geht diese Künstlerin ihren Weg; C.G.
Große macht sich die Dinge zu Eigen, lässt sie aus ihrem Grund treten, damit
ihnen die Aufmerksamkeit zu Teil wird, die ihnen nach Ansicht der Künstlerin
zusteht. Desgleichen aber ist auch sie eine Verführerin; ihr
Gestaltungswillen entspringt einer vitalen Lust an der Veränderung von
Dingen und Materialen, einer Lust, Spuren zu hinterlassen und sich auf diese
Weise in der Welt zu verankern.
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16. November 2001,
Kreative Werkstatt, Dresden |
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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Kreativen Werkstatt!
Es freut mich, Sie heute
zu dieser Ausstellung begrüßen zu dürfen. Ehe Sie einen ersten und dann
einen zweiten Blick auf die Arbeiten der Künstlerin werfen konnten, wagte
Catrin G. Große einen zweiten Blick hier in diese Gegend, denn in Pieschen,
genauer, in der Torgauer Straße hat sie lange gelebt und gearbeitet. Es zog
sie über Doberlug -Kirchhain nach Berlin, wo sie nun sich die ersten und
zweiten Blicke kreuzen, dass es nur so eine Art hat. Sie sehen schon: Der
Titel der Ausstellung hat es mir angetan.
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4. Mai 2001,
Werkgalerie Galvanohof, Dresden |
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Liebe Damen und Herren,
es ist schön zu wissen,
dass gerade jetzt in diesem Moment an über 150 Orten im Land Kunst gezeigt,
Kunst betrachtet, über Kunst gesprochen wird. Gewiss, das mag auch an
anderen Tagen im Jahr der Fall sein, aber am heutigen Tag ist diese Art
Wahrnehmung durch eine Aktion verbunden, die dieses bewusst macht und die
Künstlerinnen und Künstler für eine gewisse Zeit miteinander, wenigstens
gedanklich, verbindet.
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